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Es gibt keine Fassaden, kein Ziegeldach, keine Tür; vielmehr ist das Bauwerk ein dreidimensionales Naturbild, eine “Skulptur” in der Landschaft der Hochrhön. Licht, Schatten Transparenz sowie ein notwendiges Gewicht, Offenheit und Geborgenheit, Proportionen, jedoch ohne strenges Regelmaß, sind oder wurden im Entwurfsprozess Gestaltungsmomente für den Neubau.
In der Rhön kann eine Kapelle aus meiner Sicht nur aus den Materialien gebaut werden, die uns die Rhön bereitstellt. Ich wollte ein Bauwerk
errichten, welches durch Material und Konstruktion aus der Natur wächst und somit Teil der Natur wird. Basalt, Muschelkalk und Bundsandstein sind die Gesteine der Hochrhön. Die jüngste Gesteinsart, ich nenne sie den Benjamin der Rhön, wurde aus den Rhönvulkanen vor 20 Millionen Jahren gefördert.
Heute ist Basalt, bedingt durch Erosion an den Oberflächen der Höhenlagen in allen Formen präsent. Muschelkalk und Buntsandstein sind die Gesteine des Untergrundes. Unbemerkt tragen sie die Landschaft der Hochrhön.
So wurden die wichtigsten Tragkonstruktionen, wie Fundamente, Trennwand zwischen Andachts- und Schutzbereich sowie ein Teilbereich der Rückwand des Andachtsraumes, aus Beton bzw. Stahlbeton hergestellt. Die Zuschläge, d.h. die Füllstoffe für diese Betonbauteile bestehen aus Muschelkalkschrotten. Diese sind durch Wasser und Zement gebunden. Der rote Sandstein findet seine Anwendung in der Ausstattung des Andachtsraumes. Der Basalt bekommt beim Bau der Franziskuskapelle eine besonder Rolle. in Stahlkörben gefasst steht er als Rückwand der Kapelle da. Keine massiv gemauerte Wand, eine Schüttung aus gekörntem Material eines Rhöner Steinbruchs. Er soll dem Besucher, wenn er oder sie es will, in seiner Andacht Fassung und Rückhalt gewähren. Die flächigen Dachkonstruktionen, Sichtkonstruktionen aus zwei ungleich großen Quadraten in geringer Neigung wurden aus 93 Eichestämmen bis zu einer Länge von 10,50 m hergestellt. Die Rinde der Rundlinge wurde abgeschält, die Holzoberflächen blieben unbehandelt. Eine besonder Eindeckung gibt es nicht, es wurde eine Folienabdichtung mit einem Substrat aus Vulkanasche sowie Sanden und Schotter aufgebracht. Die Dachbegrünung wird der Natur überlassen.